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2. Juni 2026

In einer aktuellen Entscheidung hat der BFH (Beschluss v. 24.2.2026 – VII R 18/23) die Beitragsordnung eines Lohnsteuerhilfevereins beanstandet, die bei der Erhebung der Mitgliedsbeiträge auch zusätzliche Entgelte bei Vorliegen von Grundstückseigentum und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von Grundstücken vorsah, obwohl diese Tatbestände bereits in anderen Regelungen der Beitragsbemessung berücksichtigt waren. Doppelt abkassieren geht nicht, moniert der BFH. Regelungshintergrund: Was sind Lohnsteuerhilfevereine Nach § 13 Abs. 1 StBerG sind Lohnsteuerhilfevereine Selbsthilfeeinrichtungen von Arbeitnehmern, Rentner und Pensionsempfängern zur Hilfeleistung in Steuersachen i. R. der Befugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG für ihre Mitglieder. Lohnsteuerhilfevereine bedürfen gem. § 13 Abs. 2 StBerG für ihre Tätigkeit der...

2. Juni 2026

Wer Milliardenbewertungen einsammelt, aber seine Jahresabschlüsse jahrelang unter Verschluss hält, wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie belastbar sind Wachstumsgeschichten ohne überprüfbare Zahlen? Der aktuelle Fall mehrerer Start-ups zeigt ein strukturelles Problem – und offenbart Schwächen im System der Publizitätspflichten. Transparenz? Nur solange sie nicht stört Kapitalgesellschaften in Deutschland sind zur Offenlegung ihrer Rechnungslegung verpflichtet. Dennoch zeigt sich: Wer nicht veröffentlicht, begeht keine Straftat, sondern riskiert „nur“ Ordnungsgelder. Genau darin liegt die Schieflage. Wenn Bußgelder wirtschaftlich verkraftbar sind, können sie de facto zum kalkulierten Preis für Intransparenz werden. Besonders problematisch wird das bei hoch bewerteten Unternehmen, die mit milliardenschweren Finanzierungsrunden Schlagzeilen...

1. Juni 2026

Warum der Blick in die Kapitalflussrechnung wichtig bleibt Die Quartalszahlen großer Immobilienkonzerne wirken derzeit oft erstaunlich robust: steigende Mieten, stabile Immobilienwerte und positive operative Kennzahlen. Auch die aktuelle Zwischenmitteilung von Vonovia zeigt zunächst ein vergleichsweise stabiles Bild. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt eine deutlich unbequemere Entwicklung: Der Cashflow gerät unter Druck. Und genau dort wird es für kapitalintensive Unternehmen spannend. Die guten Nachrichten stehen meist ganz oben Viele Immobilienunternehmen profitieren weiterhin von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum und steigenden Mieten. Auch Vonovia berichtet über eine niedrige Leerstandsquote und steigende Mieterlöse. Gleichzeitig wirken die bilanzierten Immobilienwerte stabil. Der EPRA NTA („Net...

1. Juni 2026

Die Zuckersteuer ist zurück. Und diesmal geht es um mehr als nur Ernährung. Als ich zuletzt die Zuckersteuer in den Raum geworfen und zur Diskussion gestellt habe*, stand eine klassische Frage im Mittelpunkt: Ist sie ein legitimes Lenkungsinstrument – oder Ausdruck staatlicher Bevormundung? Heute wirkt diese Frage fast schon naiv. Der Kontext hat sich verändert Die Diskussion findet längst nicht mehr im luftleeren Raum gesundheitspolitischer Idealvorstellungen statt, sondern im Schatten wachsender Haushaltsprobleme. Öffentliche Haushalte stehen unter Druck, neue Einnahmequellen sind willkommen. Und genau hier wird es interessant. Steuern haben im Kern zwei Funktionen: Sie finanzieren den Staat – und sie...

29. Mai 2026

Jahrelang klingt Wachstum nach Erfolg: Neue Märkte, große Aufträge, ambitionierte Zukunftsstrategien. Doch was passiert, wenn sich genau diese strategischen Entscheidungen später als teuer erkaufte Altlasten entpuppen? Dann werden aus Expansionskursen plötzlich milliardenschwere Bereinigungen – und aus strategischem Ehrgeiz eine schmerzhafte Bilanzkorrektur. Das Problem ist selten der Verlust selbst, sondern die Jahre davor. Wachstum um jeden Preis – wenn Größe wichtiger wird als Profitabilität Viele Unternehmen geraten in Phasen technologischen Wandels oder wirtschaftlicher Euphorie in Versuchung, Marktanteile um nahezu jeden Preis zu sichern. Große Aufträge, neue Geschäftsfelder oder milliardenschwere Zukäufe wirken nach außen wie Zeichen von Stärke. Kritisch wird es jedoch...

28. Mai 2026

Wer einen erfahren Steuerpolitiker in die Verzweiflung treiben will, muss ihn in eine Diskussion um die Abschaffung der Gewerbesteuer verwickeln. Jeder weiß, dass diese parallele deutsche Unternehmensteuer ein aus der Zeit gefallenes Relikt ist, das große Komplexität und hohen Aufwand verursacht. Dem gegenüber steht kein Mehrwert, der nicht auch durch ein – wie auch immer im Detail ausgestaltetes – System der Beteiligung der Gemeinden an der Einkommen- und Körperschaftsteuer erbracht werden könnte. Trotzdem taxiert ausnahmslos jeder Steuerpolitiker die Chancen einer solchen Reform nahe beim absoluten Nullpunkt: Die Gemeinden wollen nicht, deshalb wollen die Länder auch nicht und der Bund findet...

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