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8. Juni 2026

Die zum 1.1.2022 erfolgte Bewertung des Grundbesitzes für Grundsteuerzwecke führte mitunter zu unliebsamen Überraschungen. Da wurden bestimmte Immobilien viel zu hoch bewertet, obwohl es augenscheinlich war, dass der reelle Wert weit unter dem festgestellten Grundsteuerwert liegt. Da hilft dann nur die Einholung und Vorlage eines – teuren – Gutachtens. Vor einigen Monaten hatte ich in dem Beitrag „Muss das Finanzamt im FG-Prozess die Kosten eines Gutachtens zur Grundsteuer tragen?“ aber eine interessante Entscheidung des FG Baden-Württemberg zu den Kosten eines Gutachtens vorgestellt werden. Dieses hat nämlich beschlossen: Wenn der Kläger während des gerichtlichen Verfahrens ein Verkehrswertgutachten des zuständigen Gutachterausschusses vorgelegt...

5. Juni 2026

Das Gemeinnützigkeitsrecht ist mittlerweile ein Bereich geworden, in dem man sich manchmal fragt, ob die eigentliche Gefahr nicht mehr der materielle Fehler ist – sondern das Verfahren selbst. Ein aktuelles BFH-Urteil vom 04.12.2025 (V R 25/23) liefert dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Eine gemeinnützige Stiftung stritt mit dem Finanzamt darüber, ob sie gegen das Gebot der zeitnahen Mittelverwendung verstoßen hatte. Das Finanzamt war der Auffassung, die Stiftung habe zu viele Mittel dem Vermögen zugeführt und zu wenig zeitnah für gemeinnützige Zwecke verwendet. Deshalb setzte es der Stiftung Fristen nach § 63 Abs. 4 AO, innerhalb derer die Mittel verwendet werden sollten....

4. Juni 2026

Mit dem vom Bundeskabinett am 13.5.2026 beschlossenen Gesetzentwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz soll das bisherige sog. Heizungsgesetz der Ampelregierung – das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – im Wesentlichen abgeschafft werden. Aber der Widerstand hat sich bereits formiert – die Unsicherheiten für Unternehmen und Verbraucher bleiben. Hintergrund Das neue Gebäudeenergiegesetz – GEG (BGBl 2023 I Nr.280 v. 19.10.2023) sollte ab 1.1.2024 in Deutschland die Energiewende im Gebäudebereich einleiten. Seit 1.1.2024 ist der Umstieg auf Erneuerbare Energien beim Einbau neuer Heizungen verpflichtend. Schrittweise soll damit aus Sicht des Gesetzgebers eine klimafreundliche Wärmeversorgung umgesetzt werden. Die GEG-Novelle war jedoch von Anfang an politisch umstritten. Ein zentraler...

3. Juni 2026

Während meiner Berufsausbildung haben wir noch von „dem halben Steuersatz“ gesprochen, wenn wir den ermäßigten Steuersatz in der Umsatzsteuer meinten. Meine berufliche Laufbahn begann in einer Zeit, in der der reguläre Umsatzsteuersatz in Deutschland 14 % betrug. Heute liegen wir bei 19 %. Dazwischen lagen mehrere Erhöhungen: 1993: von 14 % auf 15 % 1998: von 15 % auf 16 % 2007: von 16 % auf 19 %   Die Argumentation war regelmäßig ähnlich: Der Staat brauche höhere Einnahmen, um wachsende Aufgaben finanzieren zu können. Kurzfristig scheint dieses Modell auch zu funktionieren. Höhere Umsatzsteuer bedeutet höhere Steuereinnahmen. Doch lohnt sich...

2. Juni 2026

In einer aktuellen Entscheidung hat der BFH (Beschluss v. 24.2.2026 – VII R 18/23) die Beitragsordnung eines Lohnsteuerhilfevereins beanstandet, die bei der Erhebung der Mitgliedsbeiträge auch zusätzliche Entgelte bei Vorliegen von Grundstückseigentum und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von Grundstücken vorsah, obwohl diese Tatbestände bereits in anderen Regelungen der Beitragsbemessung berücksichtigt waren. Doppelt abkassieren geht nicht, moniert der BFH. Regelungshintergrund: Was sind Lohnsteuerhilfevereine Nach § 13 Abs. 1 StBerG sind Lohnsteuerhilfevereine Selbsthilfeeinrichtungen von Arbeitnehmern, Rentner und Pensionsempfängern zur Hilfeleistung in Steuersachen i. R. der Befugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG für ihre Mitglieder. Lohnsteuerhilfevereine bedürfen gem. § 13 Abs. 2 StBerG für ihre Tätigkeit der...

2. Juni 2026

Wer Milliardenbewertungen einsammelt, aber seine Jahresabschlüsse jahrelang unter Verschluss hält, wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie belastbar sind Wachstumsgeschichten ohne überprüfbare Zahlen? Der aktuelle Fall mehrerer Start-ups zeigt ein strukturelles Problem – und offenbart Schwächen im System der Publizitätspflichten. Transparenz? Nur solange sie nicht stört Kapitalgesellschaften in Deutschland sind zur Offenlegung ihrer Rechnungslegung verpflichtet. Dennoch zeigt sich: Wer nicht veröffentlicht, begeht keine Straftat, sondern riskiert „nur“ Ordnungsgelder. Genau darin liegt die Schieflage. Wenn Bußgelder wirtschaftlich verkraftbar sind, können sie de facto zum kalkulierten Preis für Intransparenz werden. Besonders problematisch wird das bei hoch bewerteten Unternehmen, die mit milliardenschweren Finanzierungsrunden Schlagzeilen...

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