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Der Blog für Steuern, Bilanzierung und Recht

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11. August 2026

Im ersten Teil dieses Beitrags wurde der idealtypische steuerpflichtige im Reisekostenrecht beschrieben. Kurz nochmal zum Hintergrund: Es geht um Aufwendungen für Dienstreisen mit dem Privatwagen, die in der Regel unangemessen und deshalb in voller Höhe nicht als Werbungskosten zu berücksichtigen sind, wenn der Steuerpflichtige über einen Firmenwagen verfügt und ihm bei dessen Nutzung keine Fahrtkosten entstanden wären (BFH, Urteil v. 21.1.2026 – VI R 30/24). Entscheidend ist nach dem Urteil nicht das konkrete wirtschaftliche oder gesellschaftliche Umfeld des Steuerpflichtigen. Abzustellen sei vielmehr auf die Anschauungen „breitester Kreise der Bevölkerung“. Wer gehört zu diesen breitesten Kreisen? Pendler, die täglich Regionalbahn fahren?...

11. August 2026

Das Altersvorsorgedepot zwischen Hoffnung und Produktdschungel Das Altersvorsorgedepot soll die geförderte private Altersvorsorge attraktiver machen: weniger Garantiezwang, mehr Kapitalmarkt, einfachere Förderung. Der Praxistest wird aber sein, ob daraus auch bessere und verständlichere Entscheidungen werden. Die Riester-Rente hat in Deutschland einen bemerkenswerten Weg hinter sich: politisch groß gestartet, steuerlich aufwendig konstruiert, praktisch oft enttäuschend angekommen. Nun soll die geförderte private Altersvorsorge mit dem Altersvorsorgedepot neu aufgestellt werden. Die Idee klingt charmant: weniger Garantiezwang, mehr Renditechancen, mehr Kapitalmarkt, einfachere Förderung. Genau diese Richtung ist grundsätzlich richtig. Denn eine kapitalgedeckte Altersvorsorge, die über Jahrzehnte aufgebaut wird, kann nicht dauerhaft so behandelt werden, als...

10. August 2026

In der gemeinnützigkeitsrechtlichen Beratungspraxis begegnet man zunehmend Gestaltungen, bei denen steuerbegünstigte Tätigkeiten arbeitsteilig organisiert werden sollen. Besonders häufig betrifft dies Servicegesellschaften, die Verwaltungs-, IT-, Personal-, Abrechnungs- oder sonstige Unterstützungsleistungen innerhalb eines gemeinnützigen Verbunds erbringen. Seit Einführung des § 57 Abs. 3 AO können solche arbeitsteiligen Strukturen gemeinnützigkeitsrechtlich deutlich besser abgebildet werden. Die Vorschrift erlaubt es einer Körperschaft, ihre steuerbegünstigten Zwecke auch dadurch unmittelbar zu verwirklichen, dass sie satzungsgemäß planmäßig mit mindestens einer weiteren steuerbegünstigten Körperschaft zusammenwirkt. Nun wurde ich mit einer interessanten Frage konfrontiert: Kann eine Kooperationsklausel nach § 57 Abs. 3 AO bereits in die Satzung aufgenommen werden, wenn...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“. Ein Beitrag von:...

7. August 2026

Der Beihilfeanspruch von Beamten sorgt dafür, dass ein bestimmter Prozentsatz der Krankheitskosten vom Arbeitgeber übernommen wird. Einige Beamte nehmen aber stattdessen die Möglichkeit der pauschalen Beihilfe in Anspruch. Dabei übernimmt der Arbeitgeber nicht einen Prozentsatz an den Krankheitskosten, sondern an den Beiträgen zur Krankenversicherung (vgl. zu Einzelheiten https://beamte.verdi.de/themen). Das FG Berlin-Brandenburg hat nun entschieden, dass die Beträge der pauschalen Beihilfe zwar nach § 3 Nr. 62 EStG steuerfrei sind, diese jedoch die geltend gemachten Sonderausgaben für Krankenversicherungsbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung mindern (FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 17.6. 2026, 3 K 3133/24). Der Sachverhalt: Ein pensionierter Beamter war freiwillig in der gesetzlichen...

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

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30.07.2026 von Gregor du Moulin/ Häner & Partner PartG mbB

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