Ein Unternehmer muss belegen können, woher die Geldbeträge stammen, die von ihm selbst auf sein betriebliches Konto eingezahlt wurden. Kann er die Herkunft nicht zur Zufriedenheit des Finanzamts nachweisen, läuft er Gefahr, dass in Höhe der ungeklärten Mittel Betriebseinnahmen angenommen werden. Das Niedersächsische FG hat diese Sichtweise mit Urteil vom 22.4.2026 (4 K 12/26) bestätigt. Der Sachverhalt: Der Kläger ist Angestellter. Nebenher repariert er Maschinen und erzielt hieraus Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Eine Betriebsprüferin stellte Eingänge auf den Geschäftskonten des Klägers fest, die pro Jahr zwischen rund 5.000 Euro und 10.000 Euro lagen. Es handelte sich im Wesentlichen um Bareinzahlungen. Weil...
- All Posts
- Allgemein
- Bilanzierung
- Recht
- Steuern
Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...
Am 2.9.2026 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für ein Einkommensteuerreformgesetz 2027 beschlossen und damit das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet. Was steckt in dem Paket und wie ist der Entwurf zu bewerten? Hintergrund des Einkommensteuerreformgesetzes Eine weitere einkommensteuerliche Entlastung der Bürger ist ein wesentliches Versprechen des Koalitionsvertrages 2025. In Umsetzung dieses Versprechens hat das BMF am 18.8.2026 einen Referentenentwurf für ein EStRefG 2027 vorgelegt. Dieser wurde nun am 2.9.2026 vom Bundeskabinett als Regierungsentwurf formell beschlossen. Was ist der wesentliche Inhalt der ESt-Reform 2027? Die entlastenden Eckpunkte des Reformgesetzes sind: Der Grundfreibetrag soll auf 12.564 € (2027) und 12.900 € (2028) steigen (§§...
Die auf einen Erwerb von Grundstücken festgesetzte Schenkungsteuer führt nicht zu nachträglichen Anschaffungskosten bzw. Anschaffungsnebenkosten der Immobilie für die Berechnung der AfA – so lautet ein Urteil des FG Köln vom 26.11.2025 (2 K 2116/23). Für steuerliche Berater ist das Urteil sicherlich keine Überraschung. Dennoch lohnt ein Blick darauf, vor allem auf den Sachverhalt, weil er zeigt, dass bei der Übertragung von Immobilien steuerlich so einiges schieflaufen. Der Sachverhalt in aller Kürze: Die Klägerin erhielt von ihrer Mutter verschiedene Grundstücke. Der Vertrag sah vor, dass zwar die grundpfandrechtlichen Belastungen, nicht aber die gesicherten Verbindlichkeiten von der Tochter übernommen werden sollten....
Kleinere Unternehmen und Freiberufler haben die Möglichkeit, die Umsatzsteuer auf Antrag nicht nach den vereinbarten, sondern nach den vereinnahmten Entgelten zu berechnen (§ 20 UStG). Doch besteht die Möglichkeit der Ist-Besteuerung auch für Freiberufler, die freiwillig Bücher führen? Nein, sagt der BFH und bestätigt das Urteil der Vorinstanz (BFH-Urteil vom 16.4.2026, V R 16/24; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 9.7.2024, 9 K 86/24). Der Sachverhalt: Die Klägerin ist eine Partnerschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern. Sie ermittelt ihren Gewinn freiwillig durch Betriebsvermögensvergleich. Die Umsatzsteuer-Festsetzungen erfolgten für die Veranlagungszeiträume 2006 bis 2018 jeweils gemäß § 20 Satz 1 Nr. 3 UStG nach...
Vor wenigen Tagen machte ein Fall bundesweit Schlagzeilen: Gegen eine Influencerin wurde wegen unzureichend gekennzeichneter Werbebeiträge ein Bußgeld in Höhe von 36.000 € verhängt. Nach Auffassung der zuständigen Landesmedienanstalt waren mehrere bezahlte Kooperationen entweder gar nicht oder jedenfalls nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet. Die mediale Berichterstattung konzentrierte sich erwartungsgemäß auf die Frage, wann Beiträge als Werbung zu kennzeichnen sind. Für Steuerberater dürfte jedoch eine andere Frage mindestens ebenso interessant sein: Welche steuerlichen Folgen haben Bußgelder, Verfahrenskosten und gegebenenfalls sogar ein Steuerstrafverfahren? Influencer geraten zunehmend in den Fokus der Finanzverwaltung Influencer beschäftigen die Finanzverwaltung schon seit mehreren Jahren. Betriebsprüfungen befassen sich...
NEUESTE BEITRÄGE
-
Christian Herold 8. September 2026
Herkunft von Einzahlungen aufs Betriebskonto ist im Zweifel zu belegen
-
Dr. Carola Rinker 7. September 2026
KI in der Abschlussprüfung: Wer prüft die KI?
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 4. September 2026
Bundeskabinett bringt Einkommensteuerreform 2027 auf den Weg – eine erste Bewertung
-
Christian Herold 4. September 2026
Schenkungsteuer anlässlich Grundstücksübertragung ist kein Anschaffungsaufwand
-
Christian Herold 4. September 2026
Umsatzsteuerliche Ist-Besteuerung bei freiwilliger Buchführung ausgeschlossen
NEUESTE KOMMENTARE
21.08.2026 von Michael Heine
Steuerermäßigungen nach § 35a EStG und § 35c EStG im Vergleich
19.08.2026 von Christian Herold
Darf der ordentliche Steuerpflichtige noch Taxi fahren? (Teil 2)
27.08.2026 von Andreas Irschlinger
1.240 Euro Steuererstattung einfach per App erhalten – was steckt hinter so einer Werbung?